Ausbildung in der Homöopathie

Im Heilzentrum wird von Grund auf eine Homöopathie Ausbildung angeboten.

Die Selbstverständlichkeit

Es war immer mein Wunsch, die Homöopathie, wie ich sie in meiner Kindheit erlebt habe und dann später selber an meinen Patienten erfuhr, anderen nahe zu bringen.

In den Dörfern – konnte nur am Wochenende oder an Feiertagen – war immer ein großer Andrang von Kranken. So erarbeitete ich mir eine Methodik über die Zunge, Augen, Gesicht, Gesichtsausdruck und Puls sekundenschnell die Mittelauswahl auf ganz wenige zu reduzieren. Den Zustand (wo steht der Kranke bei seinem Krankheitsverlauf) erfassen dauerte auch nicht lange. Und so konnte ich 15 bis 20 akute Kranken in etwa einer Stunde behandeln. Das alle bald gesund wurden, war der Beweis, daß die Methodik Hand und Fuß hat.

Für die chronischen Fälle nahm ich eine Stunde Zeit, um die Anamnese gründlich zu erfassen. Danach Repertorisieren – den Fall ausarbeiten, bewerten und das Mittel auswählen.

Leider machte ich keine guten Erfahrungen auf dem Homoeopathic College. Wo ich eindeutig sehen konnte, z. B. bei einem Fieberfall es Arnica ist, wurde ein ganz anderes Mittel gegeben. Es war alles stereotyp. Die Kunst fehlte mir.

So vielen mir die Worte meines Vaters ein: Für dich sind diese Sachen selbstverständlich – damit meinte er die grundsätzlichen Sachen und die Gesetzmäßigkeiten –, aber das ist nicht der Fall bei den anderen. Sie verstehen es nicht. Und du denkst, sie müßten es doch verstehen.

Die Worte die fehlten und mir viel später klar wurden: „Du mußt es für sie selbstverständlich machen!“

Dieses Ziel habe ich mich für mich festgelegt.

Die Lebendigkeit der Rhetorik

Als ich noch auf dem Homoeopathic College war, wollten ein Freund in meiner Klasse immer über ein Mittel oder die Behandlung von bestimmten Krankheiten wissen, oder vielleicht eher, daß ich von mir aus mein Wissen erteilen wollte. Da erzählte ich ihm, als ob ich von Haus aus dafür geboren wäre.

Dann fand ich ein Buch, „Public Speaking“ – Redenhalten. Da dachte ich mir, sollte ich vor einer Gruppe unbekannten sprechen müssen, dann müßte ich wissen, wie es geht – eigentlich hätte ich mich nicht getraut vor einer Gruppe von Menschen zu reden. Also laß dieses Buch ein paar Mal gründlich durch. Es war ein sehr gutes Buch und half mir unheimlich meine Seminare gut vorzubereiten und frei reden zu können.

Es kam der große Tag 1980, bei dem ich mein erstes Seminar halten sollte. Eine Stunde vorher bekam ich Angst. So was kannte ich gar nicht – klar so was hatte ich noch nie gemacht. Als ich zu meiner Frau sagte, wenn das Seminar auf Englisch wäre, dann hätte ich keine Probleme – ich konnte bis dahin fließend deutsch sprechen! –, wußte ich, daß ich Argentum nitricum brauche, das homöopathische Mittel par excellence für Lampenfieber. Eine Gabe und die Angst verflüchtigte sich, als ob sie nie da gewesen wäre.

Da die Seminare immer begehrt waren, müßte ich sie gut gehalten haben. Auf jeden Fall wurde ich immer wieder für meine differenzierte und gut gewählte Sprache gelobt.  

Die lebensnahe Darstellung der Arzneimittel

Im letzten Jahr auf dem Homoeopathic College erzählte ein Lehrer über seinen Lehrer, der die Mittelbilder vorgespielt hatte. Ein Beispiel brachte er. Aha, dachte ich. So muß es sein.

Anfänglich fiel es mir schwer. Aber über die Jahre konnte ich kurze oder längere Geschichten erzählen und das Wesen sowie die Symptome des Mittels in die Geschichte einbauen.

Der Höhepunkt und der Beweis für mich, daß ich mein Ziel erreicht hatte, kam auf einem abgelegenen Ort, wo kaum jemand meine Art eine Arznei darzustellen kannte. An dem Tag war ich in meinem Element und legte los mit dem Mittel Nux vomica ein Drama, das über zwei Stunden dauerte.

Beim Mittagessen wollten einige Kursteilnehmerinnen nicht mehr mitmachen: „Von so einem furchtbaren Menschen wollen wir nicht die Homöopathie lernen.“

Die Seminarveranstalterin mußte all ihre Künste ausüben, um sie zu überzeugen, daß es alles gespielt war und das nicht ich bin.

Der neueste Stand und sich weiterbilden

Die Arzneimittelbilder werden aufgrund einmal der persönlichen Entwicklung und zweitens durch die Praxiserfahrung immer anders und mit einer neuen Sichtweise präsentiert. Daher haben manche Schüler die Arzneimittelseminare immer wieder besucht, um den aktuellen Stand und die teilweise völlig neue Darstellung zu erleben.

Um den Seminarteilnehmern noch mehr Spaß zu bereiten zu können, entschied ich mich, nach 25 Jahren Lehrtätigkeit, zu einer berühmten Rednerschule zu gehen und eine Ausbildung zu machen.

Nicht ganz zufrieden machte ich mehrere Einzelworkshops bei einer Frau, die unbewußten Schwachpunkte bei einem angeht. Nach so einem Workshop bemerkte ein Bekannte von uns: „Die Menschen kamen zu meinem Vortrag angestrengt und angeschlagen – sie mehrere Vorträge bei dem Kongreß hinter sich gehabt – und nachher gingen sie strahlend und glücklich aus dem Raum.“

Auf das Wesentliche fokussieren

Der angehende Homöopath sieht oft bei den unzähligen Symptomen von einem Mittel den Wald nicht mehr. Der Grund dafür liegt darin, daß bei jedem Mittel gibt es eine ganz klein Anzahl von ‚die zum Mittel führenden’ Symptomen und etwas größere Anzahl von hinweisenden Symptomen. Die restlichen 90 oder mehr Prozent der Symptome gehören allgemein zu der Pathologie des Mittels bestimmenden.

Diese Pathologien sind bei den meisten Mitteln schon lange mehr oder weniger ausgearbeitet worden. Kleine Erweiterungen und Änderungen gibt es natürlich immer.

Die Pathologie ist die Lehre der Krankheiten, d.h. der Verlauf einer Krankheit vom Prodromal, ersten Stadium bis zum letzten, allen möglichen Verzweigungen, normalen und anormalen Verläufen.

Das bedeutet, wir brauchen diese 90% der Symptome nicht mehr, außer wir forschen wollen.

Die Basis, um ein Mittel sicher verschreiben zu können, ist das Vertrautsein mit seiner Pathologie.

Die Handvoll der zum Mittel führenden und hinweisenden Symptome sind entweder von allgemeiner Natur oder spezifisch nur für bestimmte pathologische Zustände. Allgemeine Natur bedeutet diese Symptome passen zu allen oder zu einer Großzahl seiner pathologischen Zustände.

Dies ist die Grundlage der Arzneimittellehre bei der Ausbildung.

Die Fallaufnahme – akut und chronisch

Eine akute Anamnese ist grundsätzlich anders als eine chronische, jedoch gibt es bei beiden die selben Regeln für die Fragestellung.

Bei der Ausbildung lernen Sie diese Regeln durch Übungen zu verinnerlichen.

Zu dem lernen Sie, welche Fragen sind von Wichtigkeit, um akute und chronische Fälle in ihrem notwendigen Umfang zu erfassen.

Was ist notwendig und was unnötig ist.

Wie befragen und handeln Sie im Notfall?

Auf welche Zeichen und Symptome Sie zu achten haben, im Akuten und im Chronischen.

Die Bewertung der Symptome, die Repertorisation und die Mittelwahl

Das sind drei Teile eines Vorganges. Zuerst wird bestimmt, ob eine Pathologie oder mehrere aufgetreten sind, ob sie gleichermaßen vorahnden sind oder eine vordergründig ist.

Ein einfaches Beispiel zum Verdeutlichen: Jemand bekommt eine Grippe. Zusätzlich strengt er sich dabei zu sehr an. Verursacht diese Anstrengung eine Abweichung des Grippeverlaufs oder bildet sich dadurch einen anderen Krankheitszustand? Im ersten Fall haben wir vordergründig die Abweichung durch die Anstrengung. Im zweiten Fall zwei Patholgien nebeneinander.

Man bestimmt das Grundsymptom von der zu behandelnden Pathologie und mit Hilfe der anderen Symptome repertorisiert.

Die Mittel, die als Auswahl bleiben, werden mit Hilfe der hinweisenden und zum Mittel führenden Symptomen durchleuchtet und dann das passende Mittel bestimmt.

Die Fachfortbildung

Die Fachfortbildung besteht aus der Miasmenlehre; die grundlegende Behandlung von schweren akuten und chronischen Krankheiten; die Therapeutik von spezifischen chronischen und schwereren akuten Krankheiten.

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen